Kurz und knapp

  • Eine hochgradige Schwerhörigkeit liegt vor, wenn das Hörvermögen um mehr als 61 Dezibel eingeschränkt ist, wodurch Gespräche und Alltagsgeräusche kaum noch verstanden werden.
  • Ursachen können unter anderem Alterungsprozesse, Lärmbelastung, genetische Faktoren oder Erkrankungen des Ohres sein.
  • Moderne Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte bieten heute leistungsstarke Unterstützung und ermöglichen auch bei starkem Hörverlust ein deutlich verbessertes Hörerlebnis.
  • Mit gezielten Kommunikationsstrategien, technischen Hilfen und regelmäßiger Anpassung der Hörsysteme lässt sich der Alltag gut meistern.

Was versteht man unter hochgradiger Schwerhörigkeit?

Bei hochgradiger Schwerhörigkeit zeigen sich im Alltag zahlreiche Herausforderungen. Gespräche in lauten Umgebungen geraten schnell zur Geduldsprobe, gesprochene Worte sind bei erhöhter Lautstärke oft nur begrenzt verständlich und Telefonate lassen sich meist nur schwer oder gar nicht führen.

Viele Menschen reagieren mit der Frage „Sind Sie schwerhörig?“, häufig ohne zu bedenken, dass es sich dabei um eine ernstzunehmende gesundheitliche Beeinträchtigung handelt. Eine hochgradige Schwerhörigkeit bedeutet nicht einfach „schlecht hören“, sondern ist eine medizinisch messbare Einschränkung des Hörvermögens.

Fachleute wie unsere Hörakustiker bei Enge & Menze bestimmen die Hörfähigkeit anhand der sogenannten Hörschwelle. Diese beschreibt die Lautstärke, ab der ein Ton vom Ohr wahrgenommen wird. Gemessen wird sie in Dezibel (dB).

Anhand dieser Werte lassen sich die verschiedenen Stufen des Hörverlusts einordnen:

  • bis 20 dB: Normalhörigkeit

  • 21 bis 40 dB: geringgradige Schwerhörigkeit

  • 41 bis 60 dB: mittelgradige Schwerhörigkeit

  • 61 bis 80 dB: hochgradige Schwerhörigkeit

  • über 80 dB: an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit

Wer also von hochgradiger Schwerhörigkeit betroffen ist, nimmt viele Alltagsgeräusche nur noch schwach oder gar nicht mehr wahr. Doch mit individuell angepassten Hörsystemen und der richtigen Beratung können wir bei Enge & Menze dazu beitragen, dass Sie Ihre Lebensqualität wieder spürbar verbessern.

Häufige Ursachen einer hochgradigen Schwerhörigkeit

Eine hochgradige Schwerhörigkeit kann verschiedene Ursachen haben. In vielen Fällen entwickelt sie sich schleichend über Jahre hinweg, manchmal tritt sie aber auch plötzlich auf.

Unsere Hörakustiker bei Enge & Menze begegnen in ihrer täglichen Arbeit besonders häufig den folgenden Auslösern:

Alterungsprozesse (Presbyakusis)

Mit zunehmendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des Gehörs natürlich ab. Die sogenannte Presbyakusis zählt zu den häufigsten Ursachen einer hochgradigen Schwerhörigkeit. Dabei werden die empfindlichen Haarzellen im Innenohr nach und nach geschädigt, sodass hohe Töne schlechter wahrgenommen und Sprache undeutlicher verstanden wird.

Lärmbelastung und Lärmtraumata

Dauerhafte oder plötzlich sehr starke Lärmeinwirkung kann das Gehör erheblich schädigen. Wer über viele Jahre in lauter Umgebung arbeitet oder häufig lauter Musik ausgesetzt ist, riskiert eine bleibende Schwerhörigkeit. Auch ein einzelnes Lärmtrauma, etwa durch einen Knall oder eine Explosion, kann zur hochgradigen Schwerhörigkeit führen.

Genetische oder angeborene Hörstörungen

Manche Menschen kommen bereits mit einer Hörminderung zur Welt oder tragen genetische Veranlagungen in sich, die im Laufe des Lebens zu einer hochgradigen Schwerhörigkeit führen können.

Solche erblich bedingten Formen werden meist durch spezialisierte Fachärzte diagnostiziert und erfordern eine besonders individuelle Hörversorgung.

Erkrankungen des Ohres

Entzündungen, Durchblutungsstörungen oder Verletzungen des Innen- oder Mittelohrs können ebenfalls das Hörvermögen beeinträchtigen. Auch bestimmte Medikamente oder Infektionen gelten als mögliche Ursachen. In vielen Fällen kann eine frühzeitige Untersuchung helfen, eine Verschlimmerung der Hörprobleme zu verhindern.

Geeignete Hörgeräte für Menschen mit hochgradiger Schwerhörigkeit

Hörgeräte in Vreden

Sie werden überrascht sein, was moderne Hörtechnik heute leisten kann. Speziell für Menschen mit hochgradiger Schwerhörigkeit entwickelte Hörsysteme bieten individuell anpassbare Programme, die optimal auf Ihren Hörsinn abgestimmt werden. So lässt sich das Hörvermögen gezielt unterstützen, ohne die Ohren zusätzlich zu belasten.

In der Regel sind Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO) die erste Wahl bei einer hochgradigen Schwerhörigkeit. Diese Geräte sitzen diskret hinter dem Ohr, wodurch sie etwas größer ausfallen dürfen und Platz für leistungsstärkere Technik sowie größere Batterien bieten.

Das Ergebnis ist eine kraftvolle Verstärkung und ein klarer, natürlicher Klang, selbst in anspruchsvollen Hörsituationen.

In besonders schweren Fällen, wenn die hochgradige Schwerhörigkeit an Taubheit grenzt, kann auch ein Cochlea-Implantat in Betracht gezogen werden. Dabei wird ein Teil der Hörtechnik direkt in das Innenohr implantiert. Diese Methode wird häufig bei Kindern eingesetzt, die mit einer angeborenen, massiven Hörbeeinträchtigung aufwachsen.

Dank des technischen Fortschritts ist ein Implantat jedoch nur selten nötig. Moderne HdO-Hörgeräte sind heute so leistungsstark, kompakt und komfortabel, dass sie selbst bei stark eingeschränktem Hörvermögen hervorragende Ergebnisse erzielen.

Bei Enge & Menze beraten wir Sie ausführlich zu den verschiedenen Möglichkeiten und finden gemeinsam mit Ihnen das Hörsystem, das am besten zu Ihren Bedürfnissen passt, für mehr Hörfreude und Lebensqualität im Alltag.

Tipps für den Alltag mit hochgradiger Schwerhörigkeit

Hörprogramme bei Hörgeräten

Eine hochgradige Schwerhörigkeit verändert viele Situationen des täglichen Lebens. Mit etwas Übung und den richtigen Strategien können Sie jedoch weiterhin aktiv kommunizieren, sicher handeln und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Unsere Hörakustiker von Enge & Menze haben einige praktische Tipps für Sie zusammengestellt:

1. Kommunikation im Alltag

Gesprächssituationen lassen sich erleichtern, wenn Sie auf einige einfache Regeln achten:

  • Blickkontakt suchen – Mimik und Mundbild helfen beim Verstehen.
  • Gutes Licht sorgt dafür, dass Lippen und Gesichtsausdrücke besser zu erkennen sind.
  • Störlärm minimieren – Fernseher ausschalten, Fenster schließen, ruhige Orte wählen.
  • Thema ankündigen – so fällt es leichter, dem Gespräch zu folgen.
  • Kurz und deutlich sprechen, ohne übertriebene Langsamkeit.

Kommunizieren Sie selbstbewusst: Sagen Sie, wie man Sie am besten versteht („Bitte sprechen Sie langsam und schauen Sie mich an.“). Bitten Sie bei Bedarf um Wiederholung, damit Missverständnisse gar nicht erst entstehen.

2. Technische Hilfen & Strategien

Nutzen Sie Ihre Hörtechnik optimal: Lassen Sie Ihre Hörgeräte oder Cochlea-Implantate regelmäßig überprüfen und feinjustieren. Zusätzliche Mikrofone, etwa FM- oder Roger-Systeme, sind besonders in Meetings oder Restaurants hilfreich. Auch Induktionsschleifen in Theatern, Kirchen oder Kinos können über das „T“-Programm genutzt werden.

Hilfreich im Alltag sind außerdem:

  • Licht- oder Vibrationswecker
  • Türklingeln und Telefone mit Blitzsignal
  • Apps, die Sprache in Echtzeit untertiteln

3. Telefonieren & digitale Kommunikation

Videotelefonie ist eine gute Alternative, da Sie Mundbewegungen erkennen können. Nutzen Sie Telefonverstärker oder Streamingfunktionen Ihrer Hörgeräte. Bei Videokonferenzen lassen sich Untertitel aktivieren, etwa in Zoom oder Teams. Bei Behörden oder Arztpraxen empfiehlt sich die schriftliche Kommunikation per E-Mail.

4. Beruf & Studium

Menschen mit hochgradiger Schwerhörigkeit haben Anspruch auf Nachteilsausgleiche, etwa technische Hilfen, Dolmetschung in Gebärdensprache oder Mitschriften.

Ein ruhiger Arbeitsplatz mit guter Beleuchtung ist ebenso wichtig wie eine offene Kommunikation im Team. Bei Meetings helfen Agenda, Protokoll und Zusatzmikrofone, um aktiv teilzunehmen.

5. Freizeit & soziale Teilhabe

Wählen Sie Orte mit angenehmer Akustik, etwa Restaurants mit Teppichen und Textilien. Beim Sport können optische Signale oder klare Gesten helfen. Viele Streaming-Dienste bieten inzwischen hervorragende Untertitel an. Auch Veranstaltungsorte mit Induktionsschleifen verbessern das Hörverstehen deutlich.

6. Psychische Gesundheit & Selbstfürsorge

Eine hochgradige Schwerhörigkeit erfordert Konzentration, Pausen von Höranstrengung sind daher wichtig. Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen aus und sprechen Sie offen mit Familie und Freunden über Ihre Bedürfnisse.

7. Sicherheit im Alltag

Achten Sie auf Sicherheitslösungen, die visuelle oder vibrierende Signale geben:

  • Rauchmelder mit Blitzlicht oder Vibrationsmodul
  • LED-Warnsysteme bei Gefahr
  • Beim Autofahren: erhöhte Aufmerksamkeit und Blickführungstraining

FAQ

Ab wann spricht man von einer hochgradigen Schwerhörigkeit?

Von einer hochgradigen Schwerhörigkeit spricht man, wenn der Hörverlust bei 61 Dezibel (dB) oder mehr liegt. In diesem Fall ist es kaum noch möglich, Gesprächen in normaler Lautstärke zu folgen.

Ab welchem Hörverlust wird ein Hörgerät notwendig?

Ein Hörgerät kann ärztlich verschrieben werden, wenn das bessere Ohr einen Hörverlust von mindestens 30 dB aufweist. Wir bei Enge & Menze empfehlen, dieser Empfehlung frühzeitig zu folgen. Denn unbehandelt schreitet die Schwerhörigkeit meist weiter fort und das Sprachverstehen kann sich verschlechtern.

Welche Hörgeräte eignen sich für hochgradige Schwerhörigkeit?

Für Menschen mit hochgradiger Schwerhörigkeit sind in der Regel Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO) besonders geeignet. Sie bieten die notwendige Verstärkerleistung, sind robust und lassen sich individuell anpassen. In besonders schweren Fällen kann auch ein Cochlea-Implantat in Betracht gezogen werden. Unsere Hörakustiker bei Enge & Menze beraten Sie umfassend und finden gemeinsam mit Ihnen die Lösung, die optimal zu Ihren Hörbedürfnissen passt.

Kann sich eine hochgradige Schwerhörigkeit noch verbessern?

In den meisten Fällen ist eine hochgradige Schwerhörigkeit dauerhaft. Dennoch kann modernes Hörgerätedesign und eine fachgerechte Anpassung die Hörfähigkeit erheblich verbessern. Regelmäßige Kontrollen und die richtige Pflege Ihrer Hörsysteme tragen zusätzlich dazu bei, dass Sie bestmöglich hören und Ihr Hörvermögen langfristig stabil bleibt.

Hörakustiker in Velen

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