Kurz und knapp
- Lärm kann bereits ab 80 bis 85 Dezibel das Gehör dauerhaft schädigen, während auch niedrigere Lautstärken den Körper belasten und zum Beispiel Schlaf oder Konzentration beeinträchtigen können.
- Je höher die Lautstärke ist, desto schneller kann ein Schaden entstehen, besonders bei sehr lauten, kurzen Geräuschen wie Knallen ab etwa 120 bis 140 Dezibel.
- Gefährdet sind vor allem Menschen, die beruflich oder im Alltag regelmäßig Lärm ausgesetzt sind, etwa durch Maschinen, Musik oder andere dauerhafte Geräuschquellen.
- Die Lautstärke wird in Dezibel gemessen, meist mit einem Schallpegelmesser, während Smartphone-Apps nur eine grobe Orientierung bieten.
- Ein wirksamer Schutz des Gehörs gelingt durch bewusste Lautstärkeregelung, regelmäßige Ruhephasen und den gezielten Einsatz von Gehörschutz in lauten Umgebungen.
Wie viele Dezibel sind zu viel für das Gehör?
Lärm kann das Gehör dauerhaft belasten. Als gesundheitsschädlich gilt eine regelmäßige oder dauerhafte Lärmbelastung ab etwa 80 bis 85 Dezibel. In diesem Bereich steigt das Risiko, dass feine Strukturen im Innenohr geschädigt werden. Das kann zu Hörminderung, Ohrgeräuschen oder einer erhöhten Geräuschempfindlichkeit führen.
Auch niedrigere Lautstärken können den Körper beeinträchtigen. Bereits ab etwa 60 bis 65 Dezibel kann dauerhafter Lärm das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Im Wohnbereich können schon 40 bis 45 Dezibel störend sein, zum Beispiel beim Schlafen oder bei der Konzentration.
Besonders gefährlich sind sehr laute, kurze Geräusche. Ein Knall ab etwa 140 Dezibel kann akute Schäden am Gehör verursachen.
Wichtige Grenzwerte und Auswirkungen
Lärm wirkt sich je nach Lautstärke unterschiedlich auf den Körper und das Gehör aus. Entscheidend ist dabei nicht nur die Höhe der Dezibelzahl, sondern auch, wie lange Sie dem Geräusch ausgesetzt sind.
Grundsätzlich gilt, je höher die Dezibelzahl ist, desto kürzer ist die Zeit, bis ein Schaden entstehen kann. Lärmschäden am Gehör sind meist dauerhaft und nicht heilbar. Umso wichtiger ist es, frühzeitig auf ausreichenden Schutz zu achten.
Welche Möglichkeiten gibt es, Lautstärke zu messen?
Die Lautstärke eines Geräuschs wird als Schalldruckpegel gemessen. Die Einheit dafür ist Dezibel, kurz dB. Alle Geräusche, die Sie hören, entstehen durch Luftdruckschwingungen. Diese treffen auf das Trommelfell und werden von dort an das Gehirn weitergeleitet. Je nachdem, mit welcher Energie diese Schwingungen auftreten, nehmen Sie ein Geräusch als leise oder laut wahr.
Um Lautstärke messbar zu machen, kommen spezielle Geräte zum Einsatz. Ein Schallpegelmesser ist das klassische Instrument, um den Schalldruckpegel zuverlässig zu bestimmen. Damit lassen sich unterschiedliche Schallquellen erfassen, zum Beispiel Umgebungsgeräusche, Musik oder Maschinenlärm. Solche Geräte werden häufig in der Arbeitswelt oder im Umweltschutz eingesetzt, wenn es auf genaue Werte ankommt.
Eine einfach zugängliche Alternative sind Smartphone-Apps. Auch sie können Lautstärken messen und geben eine erste Orientierung im Alltag. Allerdings kann die Genauigkeit variieren. Sie hängt unter anderem von der Qualität des verbauten Mikrofons ab und ersetzt daher keine professionelle Messung.
Wer leidet besonders unter intensiver Lärmeinwirkung?

Besonders gefährdet sind Menschen, die beruflich regelmäßig hohen Lautstärken ausgesetzt sind. Dazu zählen zum Beispiel Tätigkeiten mit dauerhaftem Maschinenlärm oder lauter Umgebung. Typische Beispiele sind Forstarbeiter, Straßenbauer sowie Beschäftigte auf dem Bau oder in der Industrie. Auch Berufsmusiker im Orchester oder DJs in Diskotheken sind betroffen, da sie häufig über längere Zeit hinweg intensiver Musik ausgesetzt sind.
Solche dauerhaften Belastungen können dazu führen, dass sich das Gehör schrittweise verschlechtert. Es kann ein sogenanntes Lärmtrauma entstehen, also eine Schädigung durch länger andauernden Lärm. Davon zu unterscheiden ist das Knalltrauma. Hierbei handelt es sich um eine plötzliche Schädigung durch ein sehr lautes, kurzes Geräusch, etwa einen Knall.
Um die Belastung am Arbeitsplatz zu beurteilen, wird der sogenannte Tages Lärmexpositionspegel herangezogen. Dieser Wert beschreibt, wie stark das Gehör über einen Zeitraum von in der Regel acht Stunden beansprucht wird und wird ebenfalls in Dezibel angegeben.
Sobald eine durchschnittliche Lärmbelastung von 80 Dezibel überschritten wird oder sehr laute Spitzenpegel von mehr als 135 Dezibel auftreten können, sind Arbeitgeber in Deutschland verpflichtet, geeigneten Gehörschutz bereitzustellen. Ziel ist es, die häufige Berufskrankheit Lärmschwerhörigkeit zu vermeiden.
Doch nicht nur im Beruf spielt Lärm eine Rolle. Auch im Alltag können Geräte wie Bohrmaschinen, Heckenscheren oder Laubbläser das Gehör belasten. Umso wichtiger ist es, sich der Risiken bewusst zu sein und frühzeitig vorzusorgen.
Wir von Enge & Menze unterstützen Sie dabei, Ihr Gehör langfristig zu schützen und passende Lösungen für Ihren Alltag zu finden.
Wie kann man das Gehör effektiv schützen?

Ein bewusster Umgang mit Lärm ist der wichtigste Schritt, um Ihr Gehör langfristig zu erhalten. Mit einfachen Maßnahmen im Alltag und in besonderen Situationen können Sie Ihr Risiko deutlich reduzieren.
Präventive Maßnahmen im Alltag
Schon im Alltag können Sie viel für den Schutz Ihres Gehörs tun. Achten Sie darauf, Lärmquellen möglichst zu reduzieren oder zu vermeiden. Halten Sie Abstand zu lauten Geräten und planen Sie bewusst Ruhephasen ein, damit sich Ihr Gehör erholen kann. Auch kleine Veränderungen, wie eine geringere Lautstärke bei Fernseher oder Musik, machen langfristig einen Unterschied.
Gehörschutz richtig einsetzen
Gehörschutz ist eine effektive Möglichkeit, Ihr Gehör gezielt zu schützen. Dabei gibt es verschiedene Varianten, zum Beispiel Ohrstöpsel oder individuell angepasste Lösungen. Wichtig ist, dass der Gehörschutz richtig sitzt und zur jeweiligen Lärmsituation passt. Nur so kann er seine volle Wirkung entfalten. Wir von Enge & Menze beraten Sie gerne, welche Lösung für Sie sinnvoll ist.
Tipps für sicheres Musikhören
Beim Musikhören gilt, vermeiden Sie dauerhaft hohe Lautstärken. Nutzen Sie nach Möglichkeit eine moderate Einstellung und legen Sie regelmäßige Pausen ein. So verhindern Sie, dass Ihr Gehör überlastet wird. Besonders bei Kopfhörern wird die Lautstärke oft unterschätzt, da der Schall direkt am Ohr ankommt.
Schutz am Arbeitsplatz
Wenn Sie beruflich Lärm ausgesetzt sind, ist konsequenter Gehörschutz besonders wichtig. Verwenden Sie die bereitgestellten Schutzmittel zuverlässig und achten Sie darauf, diese korrekt zu tragen. Regelmäßige Kontrollen und Vorsorgeuntersuchungen helfen dabei, mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Verhalten bei lauten Veranstaltungen
Bei Konzerten, Festivals oder anderen lauten Veranstaltungen sollten Sie ebenfalls vorsorgen. Halten Sie Abstand zu Lautsprechern und nutzen Sie bei Bedarf Gehörschutz. Gönnen Sie Ihrem Gehör auch hier Pausen, indem Sie sich zwischendurch in ruhigere Bereiche zurückziehen.
FAQ
















