Das Wichtigste in Kürze

  • Die richtige Handhabung und regelmäßige Reinigung tragen dazu bei, dass Hörgeräte zuverlässig funktionieren und ihre Klangqualität erhalten bleibt.
  • Kontrollieren Sie besonders Cerumenfilter, Schirmchen, Ohrstücke und Mikrofonöffnungen regelmäßig auf Verschmutzungen oder Beschädigungen.
  • Beim Einsetzen, Herausnehmen und Reinigen sollten Sie vorsichtig vorgehen und nur geeignete Pflegeprodukte und Werkzeuge verwenden.
  • Bewahren Sie Ihre Hörgeräte nachts an einem trockenen, sauberen und sicheren Ort auf und beachten Sie dabei die Hinweise für Ihr jeweiliges Hörsystem.

Warum die richtige Handhabung von Hörgeräten so wichtig ist

Hörgeräte begleiten Sie täglich über viele Stunden. Dabei kommen sie regelmäßig mit Feuchtigkeit, Schweiß, Hautfett, Staub und Ohrenschmalz in Kontakt. Gleichzeitig enthalten moderne Hörsysteme empfindliche Bauteile wie Mikrofone, Lautsprecher und kleine Filter. Eine sorgfältige Handhabung ist deshalb wichtig, damit Ihre Hörgeräte zuverlässig funktionieren.

Die richtige Pflege und regelmäßige Kontrolle tragen dazu bei, die Klangqualität zu erhalten, Funktionsstörungen vorzubeugen und eine hygienische Nutzung zu unterstützen. Werden Verschmutzungen frühzeitig erkannt und entfernt, lassen sich zudem manche Reparaturen vermeiden.

Besondere Aufmerksamkeit verdient Ohrenschmalz, das fachsprachlich als Cerumen bezeichnet wird. Es übernimmt eine natürliche Schutzfunktion im Gehörgang. Gelangt Cerumen jedoch in die Öffnung des Hörers oder verstopft einen Filter, kann das Hörgerät deutlich leiser werden oder den Eindruck erwecken, nicht mehr zu funktionieren.

Hörgeräte richtig einsetzen

Hörgeräte immer tragen

Wie Sie Ihre Hörgeräte richtig einsetzen, hängt von der jeweiligen Bauform ab. Grundsätzlich wird unter anderem zwischen Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten und Im-Ohr-Hörgeräten unterschieden. Bei Hinter-dem-Ohr-Systemen befindet sich ein Teil der Technik hinter der Ohrmuschel. Der Schall gelangt je nach Ausführung über einen dünnen Schlauch, ein Ohrpassstück oder einen externen Hörer in den Gehörgang. Im-Ohr-Hörgeräte werden dagegen direkt im Ohr getragen und können je nach Modell unterschiedlich tief im Gehörgang sitzen.

Da jedes Ohr und jede Hörversorgung individuell sind, ist die persönliche Einweisung besonders wichtig. Ihr Hörakustiker zeigt Ihnen bei der Anpassung, wie Sie Ihr Hörsystem korrekt einsetzen. Bei Enge & Menze erklären wir Ihnen die Handhabung Ihres persönlichen Hörsystems und zeigen Ihnen die einzelnen Schritte.

Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte einsetzen

Bei einem klassischen Hinter-dem-Ohr-Hörgerät mit Ohrpassstück setzen Sie zunächst das Ohrpassstück vorsichtig in die Ohrmuschel beziehungsweise den Gehörgang ein. Anschließend legen Sie das Hörgerät hinter das Ohr. Achten Sie darauf, dass das Ohrpassstück vollständig und bequem sitzt. Ein nicht korrekt eingesetztes Ohrpassstück kann unangenehm drücken und bei manchen Versorgungen zu Rückkopplungen führen, die sich als Pfeifgeräusche bemerkbar machen.

Bei Hörgeräten mit dünnem Schlauch oder externem Hörer führen Sie zunächst das Schirmchen oder das entsprechende Endstück vorsichtig in den Gehörgang. Danach positionieren Sie das Hörgerät hinter der Ohrmuschel. Viele Modelle besitzen zusätzlich eine kleine Halterung, die in der Ohrmuschel liegt und für einen stabilen Sitz sorgt.

Im-Ohr-Hörgeräte einsetzen

Bei Im-Ohr-Hörgeräten ist zunächst die richtige Ausrichtung wichtig. Je nach Modell können Markierungen, die Bauform oder Bedienelemente dabei helfen, die korrekte Orientierung zu erkennen. Führen Sie das Hörgerät anschließend vorsichtig in den Gehörgang ein und bringen Sie es mit leichtem Druck in die vorgesehene Position. Vermeiden Sie dabei grundsätzlich starken Druck oder Gewalt.

Richtig eingesetzt sollte das Hörgerät stabil und angenehm sitzen. Wenn Ihnen das Einsetzen wiederholt Schwierigkeiten bereitet, sollten Sie nicht versuchen, das Gerät mit mehr Kraft in die richtige Position zu bringen. Ihr Hörakustiker kann die Handhabung gemeinsam mit Ihnen überprüfen und feststellen, ob beispielsweise eine Anpassung des Ohrstücks sinnvoll ist.

Hörgeräte richtig herausnehmen

Auch beim Herausnehmen Ihrer Hörgeräte ist eine vorsichtige Handhabung wichtig. Vermeiden Sie es, das Hörgerät am empfindlichen Schlauch, Kabel oder Hörer aus dem Ohr zu ziehen. So schützen Sie die feinen Bauteile vor unnötiger Belastung.

Bei Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten nehmen Sie zunächst den Teil hinter der Ohrmuschel vorsichtig nach vorne. Anschließend lösen Sie das Ohrpassstück oder Schirmchen behutsam aus dem Ohr.

Viele Im-Ohr-Hörgeräte besitzen einen kleinen Rückholfaden. Mit diesem lässt sich das Hörgerät kontrolliert und vorsichtig aus dem Gehörgang entfernen.

Nutzen Sie das Herausnehmen am besten für eine kurze Sichtkontrolle. Prüfen Sie, ob Schirmchen und Filter sauber sind, ob Feuchtigkeit oder stärkere Verschmutzungen zu erkennen sind und ob das Hörsystem sichtbare Beschädigungen aufweist. Diese Kontrolle dauert nur wenige Sekunden und kann dabei helfen, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

Die tägliche Reinigung von Hörgeräten

Warum sind Hörgeräte so teuer?

Eine regelmäßige Reinigung ist ein wichtiger Bestandteil der richtigen Handhabung und Pflege Ihrer Hörgeräte. Dabei kommt es nicht nur darauf an, Verschmutzungen zu entfernen, sondern auch geeignete Reinigungsmittel und Werkzeuge zu verwenden.

Hörgeräte sollten in der Regel weder unter fließendem Wasser gereinigt noch vollständig in Wasser eingetaucht werden. Auch aggressive Haushaltsreiniger, Alkohol oder andere Lösungsmittel sind häufig ungeeignet. Verwenden Sie stattdessen die Reinigungsprodukte, die Ihnen Ihr Hörakustiker für Ihr persönliches Hörsystem empfiehlt.

Für die tägliche Pflege genügt bei vielen Hörsystemen bereits ein weiches, trockenes Tuch, mit dem Sie die Oberflächen vorsichtig abwischen. Je nach Hörgerät können außerdem spezielle Reinigungstücher oder kleine Bürstchen sinnvoll sein.

Besonders sorgfältig sollten Sie die Bereiche kontrollieren, die direkt mit dem Ohr in Kontakt kommen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Ohrpassstücke
  • Schirmchen
  • Höreröffnungen
  • Cerumenfilter
  • Belüftungsöffnungen
  • dünne Schläuche

Entfernen Sie sichtbare Verschmutzungen stets vorsichtig, damit kleine Öffnungen und empfindliche Bauteile nicht beschädigt werden. Welche Reinigung für Ihr Hörsystem geeignet ist, kann Ihnen Ihr Hörakustiker individuell zeigen.

Cerumenfilter regelmäßig kontrollieren

Viele moderne Hörgeräte verfügen über einen sogenannten Cerumenfilter, auch Wachsschutzfilter genannt. Dieser kleine Filter sitzt typischerweise vor dem Hörer und schützt die empfindliche Technik davor, dass Ohrenschmalz, fachsprachlich Cerumen, eindringt.

Ist der Cerumenfilter verstopft, kann das die Lautstärke und Klangqualität beeinträchtigen. Wenn Ihr Hörgerät plötzlich deutlich leiser klingt, muss deshalb nicht unbedingt ein technischer Defekt vorliegen. Es lohnt sich, zunächst den Cerumenfilter auf Verschmutzungen zu kontrollieren.

Wie häufig ein Filter gewechselt werden sollte, ist individuell unterschiedlich. Bei manchen Menschen sammelt sich schneller Cerumen am Filter, während er bei anderen deutlich länger sauber bleibt. Eine regelmäßige Kontrolle ist daher wichtiger als ein pauschaler Wechselrhythmus.

Ihr Hörakustiker zeigt Ihnen, woran Sie einen verschmutzten Filter erkennen und wie der Wechsel bei Ihrem Hörgerätemodell funktioniert. Bei Enge & Menze erklären wir Ihnen gerne die richtige Handhabung. Da Hersteller unterschiedliche Filtersysteme verwenden, sollten Sie darauf achten, ausschließlich die passenden Ersatzfilter für Ihre Hörgeräte zu verwenden.

Schirmchen und Ohrstücke überprüfen

Bei vielen Hörgeräten befindet sich am Ende des Hörers ein kleines Silikonschirmchen. Diese sogenannten Domes tragen dazu bei, dass der Hörer angenehm im Ohr positioniert werden kann. Damit sie ihre Funktion zuverlässig erfüllen, sollten Sie die Schirmchen regelmäßig kontrollieren.

Achten Sie dabei darauf, ob das Schirmchen verschmutzt ist, Risse oder andere Beschädigungen aufweist, locker auf dem Hörer sitzt oder seine ursprüngliche Form verändert hat. Ein beschädigtes oder lockeres Schirmchen sollte nicht weiterverwendet werden.

Beim Wechsel ist die richtige Handhabung besonders wichtig. Das neue Schirmchen muss sicher auf dem dafür vorgesehenen Anschluss sitzen. Wenn Sie beim Wechsel unsicher sind, wenden Sie sich an Ihren Hörakustiker.

Für individuell gefertigte Ohrpassstücke können je nach Bauform andere Pflegehinweise gelten. Bestimmte Teile lassen sich reinigen, während elektronische Komponenten niemals mit Wasser in Berührung kommen dürfen. Lassen Sie sich deshalb genau zeigen, welche Bestandteile Ihres persönlichen Hörsystems Sie auf welche Weise reinigen können. Bei Enge & Menze erklären wir Ihnen die passenden Pflegeschritte für Ihr Hörsystem.

Mikrofonöffnungen sauber halten

Die Mikrofone Ihrer Hörgeräte nehmen Geräusche aus der Umgebung auf und sind damit wichtig für die Funktion des Hörsystems. Lagern sich Staub, Hautpartikel oder andere Verschmutzungen an den Mikrofonöffnungen ab, kann die Funktion beeinträchtigt werden. Kontrollieren und reinigen Sie diese Bereiche deshalb regelmäßig und besonders vorsichtig.

Verwenden Sie dabei keine Nadeln, Zahnstocher oder andere spitze Gegenstände. Werden diese in die kleinen Öffnungen eingeführt, können empfindliche Bauteile des Hörgerätes beschädigt werden.

Für eine sichere Handhabung eignen sich die Bürstchen und Pflegewerkzeuge, die vom Hersteller oder Ihrem Hörakustiker für Ihr Hörsystem empfohlen werden. So können Sie Verschmutzungen vorsichtig entfernen, ohne die empfindlichen Mikrofonöffnungen unnötig zu belasten.

Hörgeräte nachts richtig aufbewahren

Hörgeräte einstellen lassen

In der Nacht werden Hörgeräte normalerweise herausgenommen. Damit sie bis zum nächsten Morgen sicher aufbewahrt sind, empfiehlt sich ein fester, trockener und sauberer Platz.

Bei batteriebetriebenen Hörgeräten kann das Batteriefach, abhängig vom jeweiligen Modell, während der Aufbewahrung geöffnet werden. Dadurch wird das Gerät ausgeschaltet und Feuchtigkeit kann leichter entweichen. Akku-Hörgeräte werden dagegen häufig direkt in die dafür vorgesehene Ladestation eingesetzt.

Zur richtigen Handhabung gehört auch, Hörgeräte nicht ungeschützt auf dem Nachttisch oder an anderen frei zugänglichen Stellen liegen zu lassen, insbesondere wenn kleine Kinder oder Haustiere Zugang dazu haben. Gerade für Hunde können Hörgeräte aufgrund des Geruchs ihres Trägers interessant sein. Werden sie zerbissen, kann dies durch die enthaltene Batterie und die elektronischen Bauteile auch potenziell gefährlich sein.

Ein fester Aufbewahrungsplatz schützt Ihre Hörgeräte und hilft gleichzeitig dabei, dass Sie diese nicht verlegen. Welche Aufbewahrung für Ihr Modell geeignet ist, hängt vom jeweiligen Hörsystem ab.
Hörakustiker in Velen

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