Kurz und knapp
- Ein Audiogramm ist die grafische Darstellung eines Hörtests und zeigt, wie gut Töne in verschiedenen Frequenzen und Lautstärken wahrgenommen werden.
- Die Messung erfolgt unter kontrollierten Bedingungen, bei denen für jedes Ohr die individuelle Hörschwelle bestimmt und im Diagramm eingetragen wird.
- Anhand der Position der Hörkurven lässt sich erkennen, ob und wie stark ein Hörverlust ausgeprägt ist.
- Besonders wichtig für das Sprachverstehen ist der mittlere Frequenzbereich, in dem viele Alltagsgeräusche und Gespräche stattfinden.
Was ist ein Audiogramm?
Ein Hörtest, der von einem Hörspezialisten durchgeführt wird, umfasst verschiedene Untersuchungen, mit denen festgestellt wird, ob ein Hörverlust vorliegt. Die Ergebnisse dieses Tests werden übersichtlich in einem Audiogramm dargestellt. Anhand dieser Darstellung kann der Hörspezialist erkennen, ob und in welchem Ausmaß Ihr Gehör beeinträchtigt ist.
Das Audiogramm zeigt Ihre individuelle Hörfähigkeit, indem es die sogenannte Hörschwelle bei unterschiedlichen Frequenzen abbildet. Die Hörschwelle beschreibt den Punkt, ab dem Sie einen Ton gerade wahrnehmen können. Werte zwischen 0 und 25 Dezibel gelten dabei als normal. Bei jungen, normal hörenden Menschen liegt diese Schwelle häufig sogar bei etwa 0 Dezibel.
Wenn ein Hörverlust festgestellt wird, erklärt Ihnen der Hörspezialist die Ergebnisse verständlich und bespricht gemeinsam mit Ihnen passende Lösungen. Dazu gehören moderne Hörsysteme, die individuell auf Ihr Hörprofil abgestimmt werden. Für viele Kunden ist es zunächst ungewohnt, ein Audiogramm lesen zu können.
Wie entsteht ein Audiogramm?

Damit ein Audiogramm ein genaues Bild Ihres Hörvermögens liefert, wird der Hörtest in mehreren klar strukturierten Schritten durchgeführt.
So können wir bei Enge & Menze Ihre Hörleistung präzise erfassen und auswerten.
1. Vorbereitung
Sie nehmen in einer schallisolierten Kabine Platz und erhalten Kopfhörer. Diese Umgebung sorgt dafür, dass keine störenden Außengeräusche das Ergebnis beeinflussen. So wird ausschließlich Ihr tatsächliches Hörvermögen gemessen.
2. Abspielen von Tönen
Im nächsten Schritt werden Ihnen Töne in unterschiedlichen Frequenzen und Lautstärken vorgespielt. Dabei werden sowohl tiefe Töne, zum Beispiel bei 125 Hz, als auch mittlere und hohe Töne bis etwa 8000 Hz getestet. Auf diese Weise wird Ihr Hörvermögen über das gesamte relevante Frequenzspektrum hinweg überprüft.
3. Ihre Reaktion
Sobald Sie einen Ton wahrnehmen, geben Sie ein Signal, etwa durch das Drücken eines Knopfes oder ein Handzeichen. Entscheidend ist dabei nicht die Lautstärke an sich, sondern der Moment, ab dem Sie einen Ton gerade eben hören können.
4. Bestimmung der Hörschwelle
Für jede einzelne Frequenz wird Ihre persönliche Hörschwelle ermittelt. Das ist der leiseste Ton, den Sie noch wahrnehmen. Diese Messung erfolgt getrennt für jedes Ohr, um Unterschiede genau erkennen zu können.
5. Eintragung ins Audiogramm
Alle ermittelten Werte werden anschließend in ein Diagramm eingetragen. Auf der horizontalen Achse sehen Sie die Frequenzen in Hertz, auf der vertikalen Achse die Lautstärke in Dezibel. Die einzelnen Punkte zeigen, ab wann Sie einen Ton hören.
Üblicherweise werden die Ergebnisse für das rechte Ohr mit Kreisen dargestellt und für das linke Ohr mit Kreuzen.
Auf diese Weise entsteht ein übersichtliches Audiogramm, das als Grundlage für eine fundierte Beratung dient. Wir bei Enge & Menze nutzen diese Ergebnisse, um gemeinsam mit Ihnen die passenden nächsten Schritte für Ihr besseres Hören zu planen.
Aufbau und verwendete Symbole eines Tonaudiogramms
Ein Tonaudiogramm ist klar strukturiert, sodass Fachleute und auch Sie als Patient die Ergebnisse gut nachvollziehen können. Mit etwas Erklärung lässt sich die Darstellung schnell verstehen.
Wie interpretiert man ein Audiogramm richtig?
Ein Audiogramm richtig zu verstehen hilft Ihnen dabei, Ihr eigenes Hörvermögen besser einzuordnen. Wenn Sie ein Audiogramm lesen, erkennen Sie schnell, in welchen Bereichen Ihr Gehör gut arbeitet und wo mögliche Einschränkungen liegen.
Zunächst betrachten Sie die beiden Achsen. Auf der vertikalen Achse wird die Tonstärke beziehungsweise Intensität dargestellt, gemessen in Dezibel. Ganz oben befindet sich der leiseste Bereich bei etwa 0 dB, ein Ton, den ein normal hörender Mensch gerade noch wahrnehmen kann. Je weiter Sie im Diagramm nach unten gehen, desto lauter wird der Ton. Beim Audiogramm lesen gilt daher, je tiefer ein Messpunkt liegt, desto stärker ist die notwendige Lautstärke, um den Ton zu hören.
Die horizontale Achse zeigt die Frequenzen in Hertz. Links beginnen die tiefen Töne, nach rechts hin steigen die Frequenzen zu hohen Tönen an. Dieses Prinzip lässt sich gut mit einer Klaviatur vergleichen, je weiter rechts eine Taste liegt, desto höher ist der Ton. Für das Sprachverstehen besonders wichtig ist der Bereich zwischen etwa 500 Hz und 3000 Hz. Wenn Sie ein Audiogramm lesen, lohnt es sich, diesen Bereich besonders genau zu betrachten.
Die Messergebnisse werden im Audiogramm durch farbige Markierungen dargestellt. Üblicherweise stehen rote Symbole für das rechte Ohr und blaue Symbole für das linke Ohr. Verbinden Sie diese Punkte gedanklich, entstehen Linien, die Ihre persönliche Hörschwelle für jedes Ohr zeigen. Beim Audiogramm lesen erkennen Sie so auf einen Blick, wie gut jedes Ohr einzelne Frequenzen wahrnimmt.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich die Ergebnisse zwischen rechtem und linkem Ohr unterscheiden. Genau deshalb ist es wichtig, das Audiogramm lesen zu können und beide Seiten einzeln zu betrachten. Grundsätzlich gilt, je weiter Ihre Hörkurve von der Normlinie eines normal hörenden Menschen abweicht, desto ausgeprägter ist die Hörminderung.
Innovative Hörsysteme als Hilfe bei Hörverlust

Moderne Hörgeräte sind heute deutlich mehr als reine Verstärker. Sie können Ihr Hörvermögen gezielt verbessern und sich individuell an Ihre Hörsituation anpassen.
Dank kompakter Bauweise sind viele Hörsysteme kaum sichtbar und gleichzeitig technisch hochentwickelt. Sie verarbeiten Schall differenziert, sodass Sprache klarer und Umgebungsgeräusche angenehmer wahrgenommen werden. Funktionen wie Richtmikrofone und verschiedene Hörprogramme gehören dabei zur Grundausstattung.
Zusätzlichen Komfort bieten moderne Extras wie Akku-Technologie oder Bluetooth. So können Sie zum Beispiel Musik oder Telefonate direkt ins Ohr übertragen und wieder entspannt genießen.
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