Kurz und knapp

  • Altersschwerhörigkeit ist ein natürlicher Alterungsprozess des Gehörs, der sich meist langsam entwickelt und anfangs oft unbemerkt bleibt.
  • Erste Anzeichen sind unter anderem häufiges Nachfragen, anstrengende Gespräche oder ein lauter eingestellter Fernseher. Ein Hörtest kann Veränderungen frühzeitig erkennen.
  • Unbehandelte Altersschwerhörigkeit kann die Kommunikation erschweren, zu sozialem Rückzug führen und die Lebensqualität beeinträchtigen.
  • Eine frühzeitige Hörversorgung kann dabei helfen, Sprache wieder besser zu verstehen und den Alltag deutlich angenehmer zu gestalten.

Was versteht man unter Altersschwerhörigkeit?

Altersschwerhörigkeit ist eine langsam fortschreitende, meist beidseitige Schwerhörigkeit des Innenohrs. Sie entwickelt sich über viele Jahre und gehört zum natürlichen Alterungsprozess. Da sich das Hörvermögen nur schrittweise verändert, bleibt die Hörminderung anfangs häufig unbemerkt.

Das Gehirn passt sich nach und nach an die veränderte Hörsituation an und ergänzt fehlende Informationen aus dem Zusammenhang. Dadurch fällt die Altersschwerhörigkeit Betroffenen oft erst spät auf.

Häufig werden die ersten Anzeichen erst bemerkt, wenn Gespräche zunehmend anstrengend werden oder Angehörige auf Hörprobleme aufmerksam machen.

Wie häufig ist Altersschwerhörigkeit?

Altersschwerhörigkeit gehört zu den häufigsten Hörproblemen im höheren Lebensalter. Bereits ab etwa 50 Jahren zeigt sich bei vielen Menschen ein messbarer Hörverlust, auch wenn dieser zunächst kaum wahrgenommen wird.

Etwa jeder dritte Mensch über 65 Jahre ist von einer Altersschwerhörigkeit betroffen. Ab dem 75. Lebensjahr nimmt der Anteil deutlich zu. Im sehr hohen Alter haben die meisten Menschen zumindest eine leichte Hörminderung.

Da die Lebenserwartung kontinuierlich steigt, sind immer mehr Menschen von einer Altersschwerhörigkeit betroffen. Umso wichtiger ist es, das Gehör regelmäßig überprüfen zu lassen, damit Veränderungen frühzeitig erkannt und bei Bedarf versorgt werden können.

Warum entsteht Altersschwerhörigkeit?

Arten von Hörgeräten

Die Ursachen einer Altersschwerhörigkeit sind vielfältig. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen und führen dazu, dass das Hörvermögen im Laufe der Jahre nachlässt.

Natürlicher Alterungsprozess

Mit zunehmendem Alter verschleißen die feinen Haarzellen im Innenohr. Sie sind dafür verantwortlich, Schall in Nervenimpulse umzuwandeln. Einmal geschädigte Haarzellen können sich beim Menschen nicht erneuern. Dadurch werden zunächst vor allem hohe Töne schlechter wahrgenommen.

Durchblutungsstörungen

Im Alter kann sich die Durchblutung des Innenohrs verschlechtern. Die empfindlichen Sinneszellen werden dadurch nicht mehr optimal mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, was das Hörvermögen zusätzlich beeinträchtigen kann.

Genetische Veranlagung

Nicht jeder Mensch entwickelt eine Altersschwerhörigkeit im gleichen Alter oder in der gleichen Ausprägung. Auch die genetische Veranlagung beeinflusst, wann und wie stark sich Veränderungen des Hörvermögens bemerkbar machen.

Lärmbelastung

Wer über viele Jahre hinweg regelmäßig lauten Geräuschen ausgesetzt war, hat ein erhöhtes Risiko für eine frühere Hörminderung. Dazu zählen beispielsweise Lärm am Arbeitsplatz in der Industrie oder auf Baustellen, aber auch laute Musik, Konzerte sowie Schießsport oder Motorsport.

Erkrankungen

Bestimmte Erkrankungen können eine Altersschwerhörigkeit zusätzlich begünstigen oder verstärken. Dazu gehören unter anderem Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Gefäßerkrankungen und Stoffwechselerkrankungen.

Medikamente

Auch einige Medikamente können das Gehör schädigen. Dazu zählen unter anderem bestimmte Antibiotika, Chemotherapeutika und Entwässerungsmittel.

Welche Folgen hat unbehandelte Altersschwerhörigkeit?

Viele Menschen gehen davon aus, dass eine Altersschwerhörigkeit lediglich das Hören erschwert. Tatsächlich kann eine unbehandelte Hörminderung den Alltag und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.

Soziale Isolation

Gespräche erfordern zunehmend Konzentration und werden mit der Zeit anstrengend. Deshalb ziehen sich viele Betroffene aus sozialen Situationen zurück und vermeiden beispielsweise Familienfeiern, Restaurantbesuche, Vereinsaktivitäten oder kulturelle Veranstaltungen.

Missverständnisse

Wenn Wörter oder ganze Gesprächsinhalte nicht mehr vollständig verstanden werden, kommt es häufiger zu Missverständnissen. Das kann die Kommunikation erschweren und Partnerschaften sowie das Familienleben belasten.

Erhöhte geistige Belastung

Das Gehirn versucht ständig, fehlende Informationen aus dem Zusammenhang zu ergänzen. Diese dauerhafte Anstrengung kostet viel Energie. Viele Menschen mit Altersschwerhörigkeit fühlen sich deshalb nach längeren Gesprächen müde oder erschöpft.

Verminderte Lebensqualität

Auch schöne Klänge gehen nach und nach verloren. Musik, Naturgeräusche oder Gespräche mit Familie und Freunden bereiten häufig weniger Freude. Eine frühzeitige Versorgung kann dazu beitragen, das Hören im Alltag zu erleichtern und die Lebensqualität langfristig zu erhalten.

Wann sollte man einen Hörtest machen?

Hörtest nahe Raesfeld

Ein Hörtest ist sinnvoll, sobald erste Anzeichen einer Altersschwerhörigkeit auftreten. Da sich das Hörvermögen meist schleichend verändert, werden die ersten Veränderungen häufig erst spät bemerkt.

Ein Hörtest empfiehlt sich insbesondere, wenn:

  • Sie häufig nachfragen müssen.
  • Gespräche zunehmend anstrengend werden.
  • Sie den Fernseher lauter stellen als früher.
  • Angehörige Sie auf Veränderungen aufmerksam machen.
  • Das Telefonieren schwieriger wird.
  • Ohrgeräusche auftreten.

Unabhängig von akuten Beschwerden können regelmäßige Hörtests bereits ab etwa dem 50. Lebensjahr sinnvoll sein. Das gilt insbesondere bei beruflicher Lärmbelastung oder einer familiären Veranlagung für Altersschwerhörigkeit.

Viele Menschen warten jedoch zu lange, bevor sie ihr Gehör überprüfen lassen oder sich für eine Hörversorgung entscheiden. Laut der EuroTrak Hörstudie 2025 geben 64 Prozent aller Hörgeräteträger an, dass sie sich rückblickend schon früher hätten versorgen lassen sollen.

Wir von Enge & Menze empfehlen deshalb, das Hörvermögen regelmäßig kontrollieren zu lassen, damit Veränderungen frühzeitig erkannt werden können.

FAQ

Welche Hörgeräte bei einer Altersschwerhörigkeit geeignet sind, hängt vom Grad der Hörminderung und Ihren persönlichen Anforderungen ab. Moderne Hörgeräte können Sprache gezielt verstärken und störende Hintergrundgeräusche reduzieren. Nach einem Hörtest beraten wir Sie bei Enge & Menze ausführlich und finden gemeinsam eine Lösung, die zu Ihrem Hörvermögen und Ihrem Alltag passt.

Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich in der Regel an den Kosten für Hörgeräte, wenn eine ärztlich festgestellte Hörminderung vorliegt und eine Versorgung erforderlich ist. Ob zusätzliche Kosten entstehen, hängt vom gewählten Hörgerät und dessen Ausstattung ab. Wir informieren Sie gerne über die verschiedenen Möglichkeiten und unterstützen Sie bei der Abwicklung.

Ja, die genetische Veranlagung spielt eine wichtige Rolle. Sie beeinflusst, wann und wie stark sich eine Altersschwerhörigkeit entwickelt. Dennoch tragen auch andere Faktoren wie der natürliche Alterungsprozess, Lärmbelastung, Erkrankungen oder bestimmte Medikamente zur Entstehung einer Hörminderung bei.

Eine Altersschwerhörigkeit betrifft in den meisten Fällen beide Ohren. Dabei kann das Hörvermögen auf einer Seite stärker eingeschränkt sein als auf der anderen. Treten Hörprobleme ausschließlich an einem Ohr oder sehr plötzlich auf, sollte dies zeitnah untersucht werden, da auch andere Ursachen dahinterstecken können.

Hörakustiker in Velen

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